Akne - eine Hauterkrankung, nicht nur ein kosmetisches Problem

Wie entsteht Akne? Wer sich die Haut genau ansieht, erkennt viele kleine Haare. Zu jedem Haarbalg (Follikel) gehört eine Talgdrüse, die Talg bildet und absondert. Die Gänge der Follikel sind mit Zellen ausgekleidet, die sich ständig erneuern. Zusammen mit dem Talg fließen tote Zellen als verhorntes Material auf die Hautoberfläche ab, wo sie einen Schutz gegen Umwelteinflüsse bilden. Mit Beginn der Pubertät verändert sich der Hormonhaushalt und die Talgdrüsen werden richtig aktiv. Dies fördert die Akne. In der Pubertät werden die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) bei Jungen, und in geringerem Umfang auch bei Mädchen, vermehrt produziert. Starke Talgbildung ist die Folge. Diese allein löst aber noch keine Akne aus, denn wenn die Hautporen offen bleiben, fließt der Talg ungehindert ab. Ein "Pickel" entsteht erst dann, wenn die Hautporen durch das verhornte Zellmaterial verstopft werden. Dann erkennt man Pfröpfe an der Hautoberfläche, die typischen Mitesser (Komedonen). Schwarz sind Mitesser übrigens wegen des Hautpigments und nicht durch Schmutz - auch durch noch so gründliches Waschen und Reinigen wie in der Fernsehwerbung kann dies nicht beseitigen. Bei der Acne comedonica treten die Mitesser gehäuft auf. Die Talgpfröpfe begünstigen das Wachstum von Bakterien. Dies führt zu Entzündungen mit geröteten Papeln und Pusteln, was der Hautarzt Acne papulopustulosa nennt. Breitet sich die Entzündung auch auf die umliegende Haut aus, bilden sich größere Knoten, die platzen und narbig verheilen: Acne conglobata.

Wie kann man Akne heilen?

  1. Verhornung im Talgdrüsengang beseitigen mit mit Hilfe von Substanzen wie Azelainsäure und Vitamin A-Säure-Derivaten. Diese Stoffe erreichen eine Auflösung der fest haftenden Hornzellen und erleichtern so das Ausstoßen der gebildeten Horn-Talg-Pfröpfe. Die Bildung neuer Mitesser wird also verhindert.
  2. Reduzieren der Bakteriendichte und Lindern der Entzündung: Benzoylperoxid wirkt reduzierend auf die bakterielle Besiedlung und auf die Größe der Talgdrüsen. Antibiotika wirken gegen die bei der Akne beteiligten Bakterien.
  3. Nur für Mädchen: Reduzierung der Talgproduktion durch Hormone: Durch Medikamente mit den Wirkstoffen Östrogen und Antiandrogenen kann bei Mädchen oder Frauen die durch Androgene ausgelöste überschießende Talgproduktion gebremst werden. Diese hormonelle Aknetherapie erfolgt immer in Zusammenarbeit mit dem Gynäkologen.
  4. Kosmetikerin: Nur in bestimmten Fällen erweist sich die "Ausreinigung" der Haut durch eine Fachkosmetikerin, abgestimmt auf die Therapie beim Hautarzt, als hilfreich. Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn die Kosmetikerin unter fachärztlicher Aufsicht Fruchtsäure und TCA-Peelings einsetzt. Hierbei wird Abheilung der Akne-Entzündung deutlich beschleunigt.
  5. Die Auslösefaktoren der Akne kennen: In extremen Streßsituationen nicht an den Pickeln oder Mitessern drücken. Talg gelangt sonst in tiefere Hautschichten und es können Narben entstehen. Gesunde Ernährung und Meiden von Nikotin und Alkohol wirken sich positiv aus. Aber: Es gibt keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse, dass die Ernährung Einfluss auf die Akne hat. Das Gerücht, wonach Schokolade oder Schweinefleisch Akne verstärken, hält sich hartnäckig. Manche Patienten bemerken, dass bestimmte Speisen ihre Akne verstärken. Natürlich sollten diese dann gemieden werden. Generell empfehlen die Hautärzte jedoch: Bei Akne keine spezielle Diät erforderlich.
  6. Hautpflegeprodukte, Reinigungsprodukte und Make-Up sollten mit dem Hautarzt abgestimmt werden, wobei fetthaltige Cremes und Inhaltsstoffe wie Vaseline, Lanolin oder Paraffinöl zu vermeiden sind. Sex hat keinerlei Einfluß auf die Akne. Sonne und Solarium führen immer nur zur vorübergehenden Besserung. Einige Aknepräparate (Vitamin-A-Säure, Tetrazykline, Doxycyclin) verursachen zusammen mit Sonne oder Solarium Hautschäden. Generell raten Hautärzte von intensiver Sonnenbestrahlung ab.

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Text: Hautarztpraxis Uerdingen und Auszüge aus einem Patientenmerkblatt der Universitäts-Hautklinik Bochum